Sieben auf einen Streich
Spot on Sieben-Seen-Wanderung
Einer geht noch, einer geht noch leicht. In Ridnaun wandert ihr von See zu See – einfach unbeschreiblich schön.
Sieben Seen an einem Tag erwandern. Das könnt ihr nur in Ridnaun. Startpunkt dieser grandiosen Tour ist Maiern, dort, wo einst tausende Knappen Edelmetall schürften. Heute befindet sich hier ein sehenswertes Bergbaumuseum – Tour unter Tag inklusive. Bei der Sieben-Seen-Tour bleibt ihr unter freiem Himmel. Weg Nummer 28 führt euch ins Lazzacher Tal bis zur Stadl Alm. Langsam weichen die Wälder den sattgrünen Almwiesen. Ein rauschender Wildbach schlängelt sich durch die hochalpine Landschaft. Am Talschluss erwartet euch das Poschhaus des einstigen Bergwerks. Nun wird die Tour rauer. Über den alten Kastenbremsweg geht es steil hinauf. Die Luft wird dünner. Die Aussicht weiter. Da und dort weiden ein paar Ziegen. Ansonsten herrscht hier oben Stille.
Plötzlich taucht er auf, der erste von sieben: der Mittlere Moarer Egetsee. Und gleich daneben zwei weitere: der Untere und der Obere Moarer Egetsee. Die Wadl brennen, der Atem wird schneller. Doch die Schönheit der Natur entschädigt euch für alles. Beim Aufstieg zum Egetjoch tauchen sie in der Ferne auf, die Dolomiten. Der nächste See, den ihr erreicht, ist der Hintere Senner Egetsee. Wie ein Smaragd liegt er eingebettet in die karge Gebirgslandschaft, die von Eis und Schnee geformt wurde. Kurz innehalten, Kamera zücken, die Kulisse festhalten. Über Stock und Stein geht es talabwärts. Blühendes Wollgras wiegt sich im Wind, der euch den Soundtrack zum Tag liefert. Er weist euch den Weg zum Großen Vorderen Egetsee, der von Moorpflanzen überwuchert ist, und weiter zum Kleinen Vorderen Egetsee, der blitzblau in der Sonne leuchtet. Zeit für eine Rast am Ufer. Raus aus den Klamotten. Rein in den See, auch wenn das Wasser Temperaturen hat, bei denen vernünftige Menschen am Ufer sitzen bleiben. Mit frischem Elan geht’s weiter vorbei am Trüben See, dessen Türkis von einer Intensität ist, die ihr noch nie gesehen habt. Nun geht es bergab zu den Sandböden, vorbei an der Grohmann-Hütte nach Aglsboden und schließlich zurück nach Maiern.
Zurück bei Gudrun wartet die Sauna. Beine hochlegen, Salz aus der Haut schwitzen, die Seen noch einmal im Kopf durchzählen. Einer, zwei, drei ... Abends kocht Gudrun auf: Südtiroler Küche, regional, ehrlich, genau das Richtige nach einem Tag, der die Oberschenkel an ihre Grenzen gebracht hat. Und spätestens beim zweiten Glas Wein ist klar: nächstes Jahr wieder.




